Scrum Sprints verständlich erklärt – Warum Iterationen Sinn ergeben

WarumSprintsBadgeManche Teams fragen mich, warum es in Scrum eigentlich Sprints gibt und ob solch eine künstliche Einteilung in Wochenrhythmen überhaupt mit der Arbeit eines Teams vereinbar ist?

Prinzipiell ist ein Sprint ein gleich langer sich regelmäßig wiederholender Zeitabschnitt eines Scrum Teams, um Feedback zu ritualisieren.

Schauen wir uns an, was dieses ritualisierte Feedback in einem Softwareprojekt bringt:

Von der „Black Box Entwicklungsabteilung“ zum Vertrauensverhältnis durch Kundennähe

Die Sprintplanung gibt dem Product Owner und damit auch dem Kunden eine Vorschau, was das Team in der kommenden Iteration schaffen möchte. Zum Sprintende folgt dann das Review-Meeting, in dem Stakeholder wie Kunde, Anwender, Management und Team zusammenkommen.

Durch die dort entstehende regelmäßige Transparenz über Liefergegenstände und Gespräche von Angesicht zu Angesicht wird Fortschritt erlebbar und Hintergründe von Entscheidungen oder Verzögerungen verständlich. Es entsteht eine Diskussions- und Vertrauensbasis zwischen Kunde und Team.

Weniger unfertige Arbeit

Ein Team, dass früher Feedback vom Kunden erhält, weiß schneller, ob eine Funktion so gelungen ist, dass Sie das Bedürfnis des Kunden tatsächlich deckt. Damit werden Features schneller „als fertig“ abgehakt und weniger unfertige Arbeit ist gebunden, die im Kopf der Teammitglieder den Fokus und das Gefühl von Fortschritt verhindert. Wer mag schon haufenweise unerledigte Dinge in seinem Hinterkopf?

Kostengünstigere Fehlerbehebung

Wer Software entwickelt, produziert auch Fehler. Das ist normal und Teil des Handwerks. Gerade deshalb sollten wir mit diesem Wissen unser Möglichstes tun, um sie dann so günstig wie möglich zu finden und zu korrigieren. Günstig bedeutet in diesem Fall, das ein Fehler um so weniger Geld kostet, um so schneller wir ihn finden. Am besten noch vor der Produktivsetzung. Hierfür haben wir viele Mittel in der Softwareentwicklung wie z.B. Automatische Tests, Code Reviews oder auch Pair Programming. Ein Sprint ist eine Qualitätsschranke, die uns ritualisierte Qualitätskontrollen ermöglicht, in einem Rahmen der so zeitnah ist, dass ich als Entwickler tatsächlich noch wissen kann, in welchem Kontext der Fehler steckt. Besser jetzt gleich nochmal an den Quelltext als in zwei Monaten, oder?

Wissen, wann welches Feature kommt

Softwareentwicklung findet immer für Menschen statt, die Erwartungen an unsere Produkte und Lösungen haben. Ein Teil dieser Erwartungen ist zeitlicher Natur: Wann kann eine Software dies oder jenes? Wann wird mein Kundenfeedback umgesetzt? Wie lange muss ich mit einem Fehler noch leben?

Auf diese Fragen braucht ein Product Owner zuverlässige Antworten, um glaubwürdig zu sein. Sprints ermöglichen es einem Scrum-Team, Daten über die bisherige Produktionsleistung zu ermitteln und diese in die Zukunft fortzuschreiben. So wird eine Roadmap zur Basis des Erwartungsmanagements. Versetzen wir uns mal in die Sicht des Kunden: Wieviel Transparenz würden Sie als Kunde über den Fertigstellungszeitpunk Ihres Features gerne haben?

Niedrigerer Koordinationsaufwand

Und zu guter Letzt spart ein Sprint auch noch Koordinationsaufwand durch regelmäßig festgelegte Termine für alle Beteiligten und somit planbare Räumlichkeiten, Teilnehmer und Ergebniserwartungen.

Vereinbarkeit von Sprints und Arbeitsinhalten

Doch wie teile ich nun meine Arbeit so auf, dass ich sie in Sprints umsetzen kann? In der Essenz geht es darum, Features richtig zu zerteilen und somit kleinere, abgeschloßene Einheiten zu produzieren.

Poster: Warum gibt es in Scrum Sprints?

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Eine graphische Übersicht dieser Aspekte finden Sie auch auf meinem Teamraum – Poster (PDF; 8 MB).

Sie können es zum Beispiel auf Postergröße ausgedruckt im Teamraum aufhängen, um mit Ihren Kollegen darüber zu sprechen, warum wir in Scrum iterativ arbeiten und was Team und Unternehmen davon haben.

Oder ergänzen Sie es doch noch in einer Retrospektive mit dem Team um neue Aspekte mit Haftnotizzetteln, weshalb Sprints einfach Sinn ergeben?

Sieben Wege, um als ScrumMaster motiviert zu bleiben

MotivationDer ScrumMaster ist ein Veränderer in Unternehmen. Seine Aufgaben sind umfangreich und oft herausfordernd. Wie schafft man es, motiviert zu bleiben in Umfeldern, die keine täglichen Erfolgserlebnisse garantieren?

Die intrinsische Motivation aufrecht erhalten

Suchen Sie sich einen kleinen Bereich, den Sie zu großen Teilen und mit einfachen Mitteln selbst beeinflussen können und gestalten Sie diesen mit agilen Methoden. Tun Sie dies, aus Freude an der Sache selbst ohne einen Zweck für andere damit zu verfolgen.

Praxis-Tipp: Gestalten Sie z.B. Ihre eigene Arbeit und genießen Sie die positiven Effekte einfach für sich selbst. Ich mache das zum Beispiel fast täglich mit der Pomodoro – Technik, eine Art von Timeboxing, um beim Arbeiten in einem guten Fluss zu bleiben.

Inspirierende Themen anschauen

Es gibt weltweit viele agile Konferenzen die teilweise mitgeschnitten werden. Spannende Perspektiven auf aktuelle Themen und Erfahrungsberichte helfen dabei, Dinge in neuem Licht zu sehen und Inspiration wiederzuerlangen.

Praxis-Tipp: Schauen Sie sich eine Keynote auf Youtube an oder stöbern Sie in den inspirierenden Videos von TED.

Sich nicht herunterziehen lassen

Wenn man auf inspirierende Menschen trifft, neigen wir dazu, uns selbst als weniger brilliant, erfahren oder intelligent anzusehen. Dieser Vergleich bringt einen nicht weiter. Genießen Sie die Einzigartigkeit Ihrer Erfahrungen und Ihres Lebens. Niemand wird je das Erleben, was Sie erleben. Diese exakte Kombination Ihrer Fähigkeiten und Denkweisen gibt es nur einmal – in Ihnen.

Praxis-Tipp: Denken Sie einige Minuten in Ruhe darüber nach, was Sie in Ihrem Leben bereits alles erfahren haben und klopfen Sie sich selbst einmal auf die Schulter mit dem Gedanken: „Wow, das war eine Menge und das Meiste habe ich tatsächlich wirklich gut hinbekommen!“.

CommunityActiveSich in die Community begeben

In Deutschland gibt es wie in vielen anderen Ländern auch sehr aktive Gemeinschaften von Menschen, die ähnliche Erfahrungen und Ziele wie Sie haben. Oft stellt man im Austausch mit Anderen fest, dass man mit seiner Herausforderung nicht alleine ist und erhält neue Ideen, die einen voranbringen.

Praxis-Tipp: Besuchen Sie doch einmal Ihre lokale Usergroup. Falls Sie im Rhein-Neckar Gebiet wohnen können Sie gerne zum Agile Monday Rhein-Neckar vorbeischauen. Die Veranstaltungen eigentlich aller Communities sind kostenfrei und ein guter Ort, um neue Kontakte zu knüpfen.

Das Energieniveau im Blick haben

Abhängig von vielen verschiedenen Faktoren variiert unsere Energie. Nehmen Sie sich Zeit, auf diese Impulse zu hören und das zu tun, was ihre Batterien wieder auflädt, wenn Sie wenig Energie haben.

Praxis-Tipp: Für viele Menschen ist Natur erholsam – können Sie eine Besprechung draußen bei einer Runde um das Gebäude abhalten?

Einen Schritt zurückgehen, um voranzukommen

Um zu wachsen, begeben wir uns oft an den Rand der Komfortzone. Das ist gut, um sich zu entwickeln, kann aber auf Dauer auch recht anstrengend sein. Sich für eine Weile dorthin zu bewegen, wo wir meisterlich gut sind, macht Spaß und erholt.

Praxis-Tipp: Suchen Sie sich ein Meeting, dass Sie besonders gerne moderieren und gestalten Sie es so, dass es Ihnen besonders viel Freude macht und leicht von der Hand geht. Das bringt Sie in einen guten Fluss und andere merken Ihren Elan.

Nicht alles auf einmal ändern

Viele ScrumMaster und Coaches, die ich kennengelernt habe, sind sehr wissbegierige Menschen die leidenschaftlich gerne Neues lernen. Die Balance zu finden zwischen Zeiten der Veränderung und Zeiten der Beständigkeit ist da nicht immer leicht.

Praxis-Tipp: Limitieren Sie Ihre gleichzeitigen Lernthemen mit einem sortierten Backlog und erlauben Sie sich ausreichend Zeit, das Neue in Ihre Arbeit zu integrieren, bevor Sie an das nächste Thema herantreten.

Dieser Blogpost wurde inspiriert durch Roman, der als Musiker und Komponist arbeitet.

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