Die volle Blüte Scrums – Entwicklungsphasen eines Teams richtig unterstützen

Teams von Menschen kann man als komplexe adaptive Systeme betrachten, was auch bedeutet, dass solche Gruppen ständiger Veränderung unterliegen.

Jeder Mensch bringt seine Tagesform ein, seine aktuellen Lebensthemen, seine Erfahrung und viele weitere Faktoren, die das Zusammenleben und Arbeiten beeinflussen. Es gibt verschiedene Modelle zur Gruppenentwicklung, welche diese Komplexität auf ein handhabbares Maß reduzieren.

Kommen Scrum-Teams neu zusammen oder werden in ihrer Zusammensetzung stärker verändert, durchlaufen sie verschiedene Entwicklungsstufen. Als erstes dominieren Unsicherheit, Hoffnungen und Befürchtungen aber auch Vorfreude. Die Teammitglieder kennen sich teilweise oder auch vollständig noch nicht.

Hier bieten sich als ScrumMaster vor allem Aktivitäten an, die Vertrauen aufbauen und ein Kennenlernen ermöglichen:

* Kollaborative Gruppenspiele
* Vorstellen bisheriger Projekt- und Erfahrungshistorie
* Partnerinterviews mit anschließender Gruppenpräsentation
* Wertearbeit von Einzelnen und der Gruppe

Besteht eine grundlegende persönliche und berufliche Basis, können Gemeinsamkeiten und Verbindendes herausgearbeitet werden. Formen der Zusammenarbeit können definiert werden, durch:

* Eine gemeinsame Vision/Mission
* Teamnormen bzw. eine Teamcharta
* Konventionen auf technischer Ebene

In der darauffolgenden Differenzierungsphase bildet sich die informelle Hierarchie eines  Teams heraus. Rollen werden detaillierter ausgeprägt, es klärt sich, wer sich für welche Themen verantwortlich macht und fühlt. Um mit auftretenden Spannungen umgehen zu können, kann ein ScrumMaster diese Aktionen planen:

* Einführung des Teams in Gewaltfreie Kommunikation oder andere Kommunikationsmodelle
* Erarbeiten von Regeln für konstruktives Feedback
* Anwenden von Win-Win-Strategien wie dem Harvard-Modell für Verhandlungen

Darauffolgend kann das Team in die hochproduktive Arbeitsphase gelangen – es steht in der vollen Blüte Scrums.

Durch die gemeinsame Basis, vereinende Ziele und einen wertschätzenden, vertrauensvollen Umgang entsteht eine Atmosphäre, die Kreativität und Fehler zulässt. Dies kann noch weiter gestärkt werden durch:

* Lernen von Kreativitätstechniken
* Verbindende Events (Teamabende, Outdoor-Events)

Die meisten genannten Aktivitäten können im Rahmen einer Retrospektive oder gesonderten Teamentwicklungsworkshops eingebracht werden – abhängig vom Grad der Komplexität des Teams, der Herausforderungen und des Unternehmens.

Schaut man sich im Detail diesen aufwändigen Findungsprozess an, wird sich für viele die Frage nach der Häufigkeit von Teamveränderungen beantworten: Teams sollten so selten wie möglich verändert werden – außer sie funktionieren auch nach intensiver Investition nicht.

Und wie sollten nun Scrum Teams generell zusammengestellt werden? Darauf hat Mike Cohn eine Antwort (bzw. einige Fragen).

Selbstorganisation passiert (nicht) von alleine

Wer mit agilen Teams oder Methoden in Kontakt kommt, hört manchmal die Aussage, dass Manager nicht mehr benötigt werden, da sich die Teams selbst organisieren sollen. Das ist ein völlig falsches Verständnis von Selbstorganisation.

Der ScrumMaster hat im Scrum Prozess eine laterale Führungsrolle. Das bedeutet, dass er keine disziplinarische Macht hat, jedoch ganz klar eine Führungsaufgabe hat, was auch durch den Begriff des „Servant Leaders“ deutlich wird.

Wieso braucht man diese Rolle? Sind ein Team von Experten nicht von alleine in der Lage durch Selbstorganisation möglichst efffizient Software zu produzieren? Der Haken an selbstorganisierten Systemen ist, dass ohne vorgegebene Rahmenbedingungen absolut beliebige Systemzustände entstehen. Das bedeutet nicht zwangsläufig Chaos, aber auch nicht, dass ein System alleine zu positiver Entwicklung neigt.

Ein System könnte zum Beispiel zu einer lokalen Optimierung neigen. Sagen wir mal, ein Team ist damit beauftragt, intensive Lasttests auf eine im Internet platzierte Serverfarm durchzuführen. Dieses Team wird sich bemühen, die Arbeitsumstände so optimal wie möglich für ihr Vorhaben zu gestalten und im schlechtesten Fall die Netzwerkbandbreite der gesamten Firma konsumieren.

Und auch Manager setzen Rahmenbedingungen für Teams: Sie müssen Menschen zum Beispiel vor Mobbing schützen, gemeinsame Ressourcen wie Platz im Büro, Netzwerkbandbreite, usw. vor zu hoher Inanpruchnahme durch einzelne Teams und Individuen.

Ein „Rahmengeber“ ist also ein elementarer und wichtiger Bestandteil eines selbstorganisierten Teams. Innerhalb dieser Grenzen kann eine positive und sinnvolle Entwicklung eines Teams stattfinden. Hier ist neben dem ScrumMaster auch das Linienmanagement gefragt, diesen Rahmen zu definieren.

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